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Wie du dir bestimmt gedacht hast, bin ich der Kerl hier oben auf dem Foto – und ich werde gerade von meiner Freundin geärgert. Jetzt stellt sich für mich die Frage – was willst du wohl am ehesten von mir wissen?

 

1991 in Lutherstadt Wittenberg geboren, lebe ich, Robert Lukasczyk, seit Februar 2013 in Berlin und arbeite in Potsdam-Mittelmark im Rettungsdienst als Rettungsassistent. Vorher bin ich der gleichen Tätigkeit in Halle (Saale) nachgegangen und habe dort auch 2 Jahre gelebt – sehr gerne sogar. Meine Erfahrung gebe ich in Erste-Hilfe Kursen weiter – und wenn ich dazu mal keine Lust habe, findet man mich mit meiner Angelausrüstung an einem idylischen See. Seit dem zweiten Quartal 2015 stelle ich außerdem hin und wieder die medizinische Absicherung für Offshoreprojekte (Windkraftanlagen). Oft ist die Arbeit im Rettungsdienst weit weniger spektulär, als viele denken – natürlich gibt es auch viel Spannendes. Jetzt soll es aber mal um mich und nicht die Blaulichtgeschichten gehen.

 

Um ehrlich zu sein, brauchst du nur das Buch lesen, denn ich gebe meinem Protagonisten Emil viele, wenn auch nicht alle Eigenschaften von mir mit auf den Weg. Nicht weil es mir schwer fällt, eine neue Person zu kreieren und auch nicht, weil ich in irgend einer Art übermäßig selbstverliebt in mich wäre. Der Grund ist simpel wie einfach; auch wenn er einen großen, wenn nicht sogar den größten Teil der Geschichte einnimmt, so habe ich Emil erfunden, um die Geschichte zu erzählen, nicht anders herum. Zudem ist es das erste Buch, welches aus meiner Hand entsteht – was nicht bedeutet, dass es deswegen ein Reinfall ist. Um also sicher zu gehen, dass Emil nicht zu unecht und unglaubwürdig wirkt, erhält er Gefühle und Emotionen, die ich selbst auch an mir empfinden würde, sollte ich mich in Situationen, wie seinen befinden.

 

Deshalb kann ich mir um so sicherer sein – in dem ich selbst diese oder ähnliche Gefühle während des Schreibens durchlebe – dir und jedem anderen Leser, Emil noch ein Stück näher zu bringen und dir die Chance geben, Gefühle mit ihm zu teilen. Das wird dadurch unterstützt, dass er strikt detailgetreu erzählt, was um ihn herum geschieht, was er mit all seinen Sinnesorganen wahrnimmt & was er denkt. Somit wirst du das Gefühl haben, bei seinen Abenteuern unmittelbar dabei zu sein, die sich im Fortlauf des Buches von Lappalien, über schwierig zu meisternde Aufgaben bis hin zum Kampf um Leben und Tod entwickeln.
Auch mit anderen Personen, wie Moritz, der zum Beispiel im zweiten Kapitel sehr präsent ist, verfahre ich ähnlich. Gewisse Charakterzüge ähneln meist stark denen von Menschen aus meinem Freundes- oder Bekanntenkreis. Manchmal stimmt auch einfach nur der Name überein und der Wesenszug der Person ist in der Realität ein ganz anderer. Oder eben umgekehrt. So allerdings, kann ich in meinem tiefen Inneren, beim Verfassen der Zeilen ein mentales Bild entstehen lassen, bei dem mein Verstand sagt: „Ja, okay, das klingt logisch und würde zu dieser Person, die ich mir gerade vorstelle passen.“ Also mehr eine kleine Hilfestellung, als eine große Sache.

 

Jetzt wirst du dir sicher denken; aber Robert was hat das mit dir, dem Autor zu tun? Es ist einfach so, dass ich zugeben muss, bis jetzt nie einen richtigen Roman gelesen zu haben. Wahrscheinlich kommt es daher, dass ich mit dem Fernseher aufgewachsen bin. Nicht, dass meine Mutter mir die Möglichkeit des Bücherlesens nicht gegeben hätte – im Gegenteil, sie hätte sich sogar sehr darüber gefreut.. immerhin ist sie Lehrerin, ebenso wie meine Oma es war. Genau kann ich aber nicht sagen, warum ich nie in die Verlegenheit kam, einen Roman in die Hand zu nehmen. Meine Vermutung liegt aber in der Tatsache, dass mich die meisten Bücher, (mal abgesehen von Kinderlexika u.a. in diesem Genre), von ihrer Schreibweise langweilten oder ich die Situation, die mir der Autor aufzeigen wollte, nicht schön beschrieben und zu wenig erklärt empfand. Oder aber, ich war einfach zu faul mir nicht die actionreichen Bilder vom Fernseher und Computer entgehen zu lassen. Die Möglichkeit, irgendwann selbst in das Alter zu kommen, in dem auch ich es lieben werde, Bücher zu lesen, besteht ja noch.

 

Paradox, nicht wahr? Da lese ich doch nicht gerne Bücher und schreibe selbst eines. Trotzdem bringt das so den einen oder anderen Vorteil mit sich. Dadurch konnte ich meinen ganz eigenen Schreibstil entwickeln, der sich, wie viele der Leute, die bereits das ein oder andere Kapitel lesen durften, meinen, deutlich positiv von den üblichen Stilen unterscheidet. Aber überzeuge dich einfach selbst und werte darüber. Finde für dich heraus, ob er dir liegt oder eben nicht.

 

Wenn ich schon nie großartig Bücher gelesen habe, wie bin ich dann überhaupt dazu gekommen eines zu schreiben? Man sagt nicht einfach; gut morgen schreib ich dann mal ein Buch. So gab es bei mir Probleme in der Schule und im Rest meiner Lebensumgebung, Dinge mit denen ich nicht klar kam, die ich nicht akzeptierte wie sie waren, (was nicht zwingend etwas Schlechtes ist) und andere Sachen, ganz gleich welcher Art. Schließlich habe ich meinen Weg gefunden, mir von Freunden und besonders von mir selbst helfen zu lassen.

 

Besonders als wirklich gar nichts mehr so funktionierte, dort wo schon so viele im Bekanntenkreis davon spitz kriegten, dass es bei dem sonst so lieben Robert von damals nicht mehr gut lief, etwa als ich 16 war, sagten mir erstaunlich viele Leute; schreib doch mal ein Buch, also über das was du bis jetzt erlebt hast. Kurzerhand dachte ich mir, wenn so viele Leute sagen, ich solle ein Buch schreiben, würde es stimmen, also tat ich dies. Besser gesagt, versuchte ich es. Ich setzte mich Tage, Wochen, Monate vor meinen PC. All diese Monate blieben nur diese paar Wörter als Überschrift stehen. „Schreib doch mal ein Buch“, ich wusste nicht wo ich hätte anfangen sollen.
Bis ich irgendwann erkannte, dass es für mich persönlich keinen Sinn ergab darüber zu schreiben, da ich eben damit abgeschlossen hatte, zumindest soweit, dass ein Buch zu viel des Guten war.

 

Bevor es so weit war und ich das alles hinter mir ließ, liebte ich es, die Menschen mit meiner Albernheit zu unterhalten, was jederzeit wunderbar klappte. Selbst als ich fast das 18. Lebensjahr erreichte. Irgendwie erfüllte mich das nicht mehr, (es ist einfach nicht gut, sich mit 18 Jahren aufzuführen, als wäre man 13), doch wie die Leute unterhalten, wenn nicht Quatsch machen? Ich erinnerte mich plötzlich zurück, an die Zeit in der Schule, in der mir besonders die Interpretation von Bildern lag, Gedichte vorzutragen und bis heute zu schreiben, der Musikunterricht mein Lieblingsfach war, der Theaterkurs und Akkordeonspielen mein Nachmittagsprogramm gestalteten, die Arbeit beim Jugendrotkreuz oder die Leute zu unterhalten und ihnen Sachen zu zeigen, die man sonst vielleicht nicht einmal wahrnehmen würde.
Wie sollte ich ohne Albernheit und meinem veränderten ‚Ich‘, in dem ich mich schließlich tausend mal besser fühlte, die Menschen begeistern (nicht, weil ich das Gefühl habe, ich müsse dies tun, sondern weil ich es genieße, die Emotionen aus den Menschen zu kitzeln)? Nun, ich verrate dir, ich fand meinen Weg – und der funktioniert wunderbar, bis heute.

Ein Teil dieses Weges ist die Geschichte von Cuber worum es darin geht, erfährst du unter ‚Das Buch‘.